early roots

Alexander Nüßlein

Feingeistiges Kleinod – Schwarzer Ton
text. Stefan Boes

GALERIE CREATIVE MIND. im Westend präsentiert mit Alexander Nüsslein einen neuen Künstler der Galerie. Im Rahmen einer Einzelausstellung wird ein poetischer und elegischer Teil des Œuvres aufgegriffen, das der Radierungen, Holzschnitte und Zeichnungen.

In seinem Gesamtwerk folgt der 1960 in München geborene Künstler mit Atelier in Planegg einer geradezu progressiven Kreativität. Dabei werden verschiedene Techniken und Materialien stets neuen Bedeutungen und Beziehungen zugeführt. Die Kunst beschreitet den Weg zur Transformation – in Objekten, Bildern, Reliefs und Installationen.
In diesem Kontext nehmen Radierungen, Zeichnungen und Holzschnitte einen besonderen Stellenwert ein, denn dem oft unterschätzten Segment widmet Alexander Nüsslein, der nach einer Druckerlehre viele Jahre im Starnberger Fünfseenland als Drucker arbeitete, ein konstantes Augenmerk. Den seit 1988 freischaffend tätigen Künstler interessieren die verschiedenen Schwarzqualitäten, wie sie vor allem in der Radierung und Zeichnung sowie im Holzschnitt zu erreichen sind, außerdem fasziniert ihn die Reduktion, wie sie im kleinen Geviert umzusetzen ist.
Die Blätter sind Kleinodien. Sie erzählen über alltägliche Szenerien und das Leben. Nüsslein entfaltet eine wundersame Welt in schwarzen Tönen, manchmal satt komponiert, oft nur zart gestrichen und angedeutet. „Es ist schwierig“, so sagt der Künstler, „Gegenstände darzustellen und dennoch für den Beobachter offen zu halten“. Das gelingt feingeistig und hintergründig. Alexander Nüsslein blickt auf den Menschen und das, was ihn ausmacht und umgibt – auf Städte, Nahrungsmittel, Eigenschaften, Irrwege und Insignien.

Die Ausstellung Westend, Early Roots zeigt ein großes Tableau dieses außergewöhnlichen Werks – eröffnet wird sie am 11. Juni um 19.00 Uhr, zu sehen ist sie bis Ende Juli.