Retrospektive

Josef Giggenbach

Josef Giggenbach entschloss sich, das “Realistische in seinen Bildern, nämlich: die Illusion von Raum zu tilgen. Seither sind sie schwarz. Product-Styling, perfekt ausgeleuchtet, sorgsam arrangiert auf dunklem Grund. Es sind keine Fotos sondern Gemälde. Und es ist kein Fotorealismus, sondern eine Kunst, deren perfekte Gegenständlichkeit zugleich tief antirealistisch, antifotographisch ist.” “Ein Grundgesetz der bildnerischen Komposition besagt, dass Spannung durch Asymmetrie entsteht. Die Bilder Giggenbachs erreichen ihre Balance zwischen extremer Ruhe und extremer Spannung durch einen Rest von illusionärem Kunstgriff. Das Objekt selber steht exakt zentriert in der Bildmitte. Doch das seitlich angesetzte Licht erzeugt Reflexe und Schattenwürfe, die das optische Gesamtbild aus der Mitte rücken.” “Das Ergebnis verstärkt einerseits die Ruhe des gezeigten Gegenstandes, seine Statik, seine Unversetzlichkeit. Jedoch die Inszenierung wirkt im eigenlichsten Sinne theatralisch; wie ein mildes Spotlight das in der Bewegung das Objekt aus seiner Ruhe hervorholt.”

Klaus J. Schönmetzler